»Eton Mess« ist ein typisch-britisches Dessert, das ich von meiner Mum aus England kenne. Es lebt davon, eben »messy«, also unordentlich zu sein. Genau das ist mir beim ersten eigenen Versuch misslungen – es war zu ordentlich…

Dem Hund sei Dank!

Der Legende nach war das beliebte britische Dessert eigentlich eine Pawlowa, die bei einem Picknick im Nobel-Internat in Eton zum alljährlichen Cricket-Spiel gegen die Harrow-School kredenzt werden sollte. Ein wuschiger Hund soll dann das Buffet gestürmt haben und das, was von der Pawlowa übrig geblieben ist, wird bis heute als »Eton Mess« serviert

Klassischerweise wird die zugegeben etwas mächtige Nachspeise mit Erdbeeren zubereitet, aber es sind prinzipiell alle Früchte möglich, die gerade Saison haben. Weitere Bestandteile sind zerbröselte Baiserstücke und »Whipped Heavy Cream« – Schlagsahne oder Cremé Double.

Da es für heimische Erdbeeren noch etwas früh ist, habe ich für meinen ersten Versuch Himbeeren genommen. Den Baiser habe ich nicht selber gemacht, sondern Baiser-Tropfen im Supermarkt gekauft. Das Rezept ist simpel: Die Himbeeren pürieren (ein paar zum Dekorieren zurückhalten), die Sahne steif schlagen (eventuell etwas Zucker oder Vanillezucker dazugeben), den Baiser zerbröseln und alles alles vermischen, damit es eben schön »messy« wird.

In guter Mrs. Monk-Marnier

Genau das habe ich nicht übers Herz gebracht und es in guter Mrs. Monk-Marnier fein säuberlich aufgeschichtet und meiner Mum stolz ein Foto davon nach England geschickt. Ihre Antwort: Das sieht sehr lecker aus, aber für Eton Mess ist es viel zu ordentlich. Das habe ich eingesehen und allen Mut zusammen genommen und es kurzerhand »messy« gemacht und auf einen Teller gekippt. So richtig zufällig sieht es zwar immer noch nicht aus, aber ich konnte einmal mehr lernen: öfters mal loslassen 🙂

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Eton »Mess«, 1. Versuch
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Eton Mess, 2. Versuch