Seit ich denken kann, gibt es in meinem Leben Pfannkuchen: meine Omi machte dicke Pfannkuchen mit sauren Apfelscheiben und als Kind durften wir noch Zucker drüber streuen. Meine Mutter macht dünne Pfannkuchen, die sie mit Marmelade füllt und aufrollt. Früher hat sie dann nicht mit uns am Tisch gegessen, sondern stand in der Küche und hat Pfannkuchen gebacken, die sie dann warm ins Esszimmer gebracht hat.

Zaghafte eigene Versuche

Später lernte ich auch herzhafte Pfannkuchen kennen: gefüllt mit Spinat und Gehacktem oder mit Frischkäse und Lachs aufgerollt und in Scheiben geschnitten. Als meine Omi starb und ich von zuhause auszog, probierte ich meine eigenen Pfannkuchen: die Ersten waren innen roh und außen verbrannt. Ein Rezept konnte meine Mutter mir auch nicht geben: »ich mach das immer so nach Gefühl«, sagte sie.

Irgendwann gab es fertige Mischungen in Flaschen, denen man nur noch Milch zugeben musste: sie hatten zwar die richtige Konsistenz, schmeckten aber künstlich. Ich hörte nie auf zu versuchen, die perfekten Pfannkuchen zu backen, weil sie für mir auch als Erwachsene immer dieses heimelige, kindliche Gefühl zurückbrachten.

Wie bei Omi

Inzwischen habe ich ein Rezept gefunden, das mir dieses Gefühl vermittelt und ich fülle sie mal süß, mal herzhaft. Bei Süßen gebe ich etwas Zucker in denZeig, bei Herzhaften etwas Salz. Was ich mit bewahrt habe ist, den Teig wie meine Omi mit dem Schneebesen zu rühren. Und sofort fühle ich mich wieder wie in ihrer kleinen Küche und sehe mich auf einen Stuhl klettern, damit ich näher an der Teigschüssel bin – ja, Pfannkuchen sind gut für die Seele, besonders an kalten Dezembertagen.

Hier ist mein Rezept:

Portionen: 4 Pfannkuchen (mittelgroße Pfanne)
Schwierigkeitsgrad: leicht
Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde

Zutaten:

  • 150g Mehl
  • 100ml Milch
  • 25ml Sprudel
  • 4 Eier
  • Etwas Salz für herzhafte- bzw. etwas Zucker für süße Pfannkuchen
  • Öl zum Braten

So geht’s:

Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Schneebesen nach und nach die Milch, den Sprudel und die Eier unterrühren (der Sprudel macht den Teig – wie auch beim Marmorkuchen – schön fluffig).

pfannkuchen2Die Kunst besteht darin, dass der Teig nicht klumpt, also alles kräftig rühren. Am Schluss je nach Geschmack etwas Zucker oder Salz dazugeben und unterrühren. Tipp: bei süßen Pfannkuchen tut auch eine winzige Prise Salz gut, wie bei allen Naschereien.

Ich lasse den Teig dann ca. eine halbe Stunde gut durchziehen (außerdem mache ich gerne nach einem beendeten Arbeitsschritt klar Schiff in der Küche).

Etwas Sonnenblumen- oder Rapsöl in der Pfanne erhitzen und eine gute Kelle Teig in die Pfanne geben. Die Pfanne so schwenken, dass der Teig überall ist. Wenn oben leicht angetrocknet ist – wenden! Wenn der Pfannkuchen fertig gebacken ist, lege ich ihn auf einen Teller. Gerne kann man diesen auch im Ofen auf ganz kleiner Stufe warm stellen. Oder man macht es wie meine Mutter und reicht die frischen Pfannkuchen direkt an den Esstisch weiter. Ich weiß nicht warum, aber der erste Pfannkuchen wird nie was – den nasche ich dann schon vorab. Die anderen fülle ich dann nach Herzenslust. Hier ein paar Anregungen:

Süß:

  • Marmelade, Gelee
  • Nutella, Spekulatiuscreme, Apfelkraut
  • Ahornsirup
  • Zimt und Zucker
  • Eierlikör, Baileys
  • Apfelkompott oder -mus
  • Heiße Kirschen und Vanilleeis
  • Schokostreusel

Herzhaft:

  • Ragouts aus Champignons und Tomaten oder Zucchini, Aubergine…
  • Geriebener Käse ( am besten schon in der Pfanne auf den Pfannkuchen streuen und dann einrollen)
  • Frischkäse und Lachs
  • Spinat

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