Seit etwa einem Jahr habe ich einen »Slowcooker«, der mir im Alltag beim Kochen hilft.

Kennengelernt habe ich dieses Gerät in England, wo es ihn in jedem Supermarkt gibt. Er ist sich unter dem Namen Crock-Pot oder in Australien als Crocky bekannt. In Deutschland habe ich in den Geschäften vergeblich danach gesucht und ihn schließlich über’s Internet bestellt.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip ist einfach: in einem elektrisches Kochtopf werden Lebensmittel auf niedriger Temperatur (immer unter dem Siedepunkt) ganz langsam gegart.

Es gibt den Slow Cooker (zu deutsch »Schongarer«) in leicht unterschiedlichen Ausführungen: meiner hat einen Topf aus Keramik, der in das Gerät eingesetzt wird. Der Glasdeckel ermöglicht einen schnellen Blick hinein und sollte nicht zu oft geöffnet werden, da er sonst schnell an Temperatur verliert. Ein häufiges Öffnen ist aber auch gar nicht nötig, da die Gerichte durch die niedrige Temperatur nicht anbrennen. Es kocht sich quasi alles von selbst.

Slow, Slower – Slow Cooker

Der Slow Cooker wirbt sogar damit, dass man ihn befüllen und dann zur Arbeit gehen kann, aber das habe ich mich ehrlich gesagt noch nie getraut.

slowcooker-innen

Experimentieren ist alles!

Am Anfang habe ich viel experimentiert und es ist einiges ordentlich schief gegangen. Ich glaube, jede*r muss den Slow Cooker selber kennenlernen und ausprobieren, denn jedes Kochgut hat andere Eigenschaften, was auch mit der Qualität der Lebensmittel zu tun hat.  Jeder Topf ist da sicher auch etwas anders, besonders bei den Hitzestufen. Mit der Zeit bekommt man aber raus, was am besten wann dazugegeben werden sollte.

Hier meine Liste der Dos and Don’ts, die ich im letzten Jahr gesammelt habe:

Do!:

  • Gemüse: Paprika, Möhren, Zucchini, Zwiebeln, Kohlrabi – generell alles Wurzel-, Knollen- und Zwiebelgemüse.
  • Fleisch wird im Slow Cooker sehr zart und saftig. Und obwohl ich wenig Fleisch koche, gelingt mir hier sogar Gulasch. Unbedingt vorher scharf anbraten!
  • Würzen! Unbedingt zu Beginn der Garzeit, damit alles schön durchziehen kann!
  • Tiefgefrorene Lebensmittel vorher komplett auftauen!
  • Suppe eignet sic prima für den Slow Cooker und kann stundenlang vor sich hinköchelnd. Kleine Südelchen tu ich sogar einfach mit rein!

Don’t:

  • Bohnen sind roh und ungekocht giftig, sie gehören nicht in den Slow Cooker!
  • Getrocknete Hülsenfrüchte nicht einfach so in den Slow Cooker geben, sonder vorher 10 Minuten kochen. Ich finde dafür den Aufwand zu groß und koche Hülsenfrüchte immer direkt fertig im Topf!
  • Sahne, Schwand und andere Milchprodukte erst am Schluss dazugeben: sonst flockt es!
  • Nudeln und Reis besser klassisch im Topf im sprudelnden Wasser kochen! Was ich aber gerne mache: vorgekochten Reis und Nudeln am Schluss der Garzeit mit in den Slow Cooker geben, damit alles schön mit Sauce bedeckt ist.
  • Den Topf nicht in den Kühlschrank oder in die Spülmaschine stellen!
  • Fisch nicht zu lange kochen, sonst wird er trocken und zerfällt!

Fazit:

Dass es am Ende ein Gerät dieser Marke geworden ist, ist mehr oder weniger Zufall: ich wollte einen guten Slow Cooker, der nicht zu teuer ist (dieser hat vor einem Jahr ca. 40€ gekostet).

Für den Alltag ist der Slow Cooker für mich sehr praktisch: ich pendel jeden Morgen zur Arbeit und nehme mir immer selber gekochtes Essen mit. Meistens koche ich abends für den nächsten Tag. Ansonsten koche ich aber viel lieber klassisch mit Topf, Pfanne und Backofen. Ein Thermomix würde mir nie ins Haus kommen und auch sonst habe ich, außer einem Waffeleisen und einem alten Krups-3-Mixer, nicht viele Geräte zum Kochen und Backen.

Das Meiste ist meiner Meinung nach unnötig und lässt sich auch mit klassischem Zubehör herstellen. Außerdem hätte man so viel mehr Kontakt zu dem, was man da eigentlich kocht und ich möchte nicht das Hacken, Schnippeln und Rühren einem überteuertem Gerät überlassen – das mache ich viel lieber selbst!