Während wir in der Natur im Sommer und im Herbst aus dem Vollen schöpfen, gibt es im Winter draußen leider keine frischen Kräuter mehr.

Hier kommt mein Lieblingstier das Eichhörnchen ins Spiel: warum nicht im Sommer und im Herbst fleißig für den Winter vorsorgen?

Schnittlauch, Petersilie und Basilikum könnt ihr das ganze Jahr drinnen aus Töpfen ernten. Schnittlauch und Petersilie aus dem Garten lassen sich auch prima mit einem scharfen Messer hacken und einfrieren.

Einige Kräuter lassen sich besonders gut trocknen. Das Trocknen von Kräutern hat viele Vorteile: es sieht schön aus, riecht herrlich und nimmt keinen Platz in meinem Mini-Gefrierfach weg ^^

Kräuter zum Trocknen erntet ihr am besten an einem trockenen und sonnigen Tag gegen Mittag, wenn kein Tau mehr auf den Blättern ist. Mit einer guten Gartenschere oder einer scharfen Schere schneidet ihr vorsichtig einzelne Stängel aus der Pflanze raus. Mit einer Kordel bindet ihr immer eine Handvoll Stängel zusammen (nicht zu viele, ideal sind 5-6 Stängel) und hängt sie kopfüber auf.

Ihr braucht einen trockenen, luftigen und dunklen Ort zum Trocknen. Weil die meisten Menschen aber diesen idealen Ort nicht haben, nehme ich das Geländer meiner Treppe zum Flur hin. Nach 4 bis 5 Wochen sollten die Kräuter gut getrocknet sein – ich merke das an den kleinen Blättchen, die sich auf der Treppe sammeln und an denen man kaum vorbeigehen kann, ohne dass ich das Kehrblech holen muss ^^. Nächstes Jahr werde ich sie besser vorher in Butterbrottüten aus Papier verhüllen.

Jetzt könnt ihr die Kräuter vorsichtig von ihren Stängeln trennen und in kleine Gläschen geben. Ich nehme leere Marmeladegläser, die ich beschrifte und in den dunklen Schrank stelle.

Lavendel

Der duftende Klassiker aus der Provence muss ohnehin nach der Blüte zurückgeschnitten werden, damit er im nächsten Jahr wieder kräftig blüht – ein guter Grund für eine schöne Lavendelernte. Lavendel ist unendlich vielfältig: als Duftsäckchen hält er Motten fern und wirkt beruhigend, als Tee schmeckt er wunderbar und auch als Gewürz – zum Beispiel zu Vanilleeis -macht er auch optisch was her. Neulich habe ich getrocknete Lavendelblüten als Tischdeko auf lila Servietten auf die Teller gelegt, was hübsch aussah. Eine Freundin hat mir letztes Jahr selbstgemachtes Peeling mit Lavendel geschenkt – höchste Zeit, sie nach dem Rezept zu fragen, das Glas ist inzwischen nämlich leer.

 

lavendel

Oregano
Oregano ist mehr als Pizza! Auf Pizza schmeckt er mir sogar gar nicht mal so gut.
Die Meisten kennen ihn auch nur getrocknet aus der Tüte aus dem Supermarkt – aber seitdem ich zum ersten Mal frischen Oregano gegessen habe, gibt es keinen Weg mehr zurück zur Tüte.

Oregano trocknet ihr wirklich am besten in einer Papiertüte, da sonst die kleinen Blättchen des Krautes verloren gehen. Die schönen Blüten sind im Sommer eine echte Augenweide, die ich mir auch schon mal in die Vase stelle. Ein duftes Kraut, das auch im Winter nicht fehlen darf – aber nur selbst getrocknet!

Rosmarin
Bei Rosmarin muss ich immer an das Lied »Scarborough Fair« denken – am bekanntesten ist wohl die Version von Simon ans Garfunkel, die ich sehr mag. Rosmarin ist außerdem das Symbol der Liebe  ❤

Ich würde nie die einzelnen, langen Blättchen, sondern immer die kleinen Büschelchen ernten, dann kann ich sie besser zum Beispiel auf Ofenkartoffeln legen. Auf meiner Trockentreppe für Kräuter duftet der Rosmarin am intensivsten. Nie mehr Ohne!

Es gibt sicher noch mehr Kräuter, die sich prima zum Trocknen eignen – das hier sind die 3, die ich getestet und für gut befunden habe.